Verkehrsrecht

Fünf Fallen beim Leasing

Rechtsanwalt Tobias Goldkamp am 20. April 2013

Leasing erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Ein Neufahrzeug zu überschaubarem Aufwand nutzen, die Leasingraten von der Steuer absetzen: Das erscheint vielen Leasingnehmern als attraktives Angebot. Kann es auch sein -€“ wenn man fünf Fallen vermeidet.

1. Finger weg vom Restwertleasing

Viele Leasingverträge enthalten Klauseln, nach denen der Leasingnehmer einen bestimmten Restwert des Fahrzeugs garantieren soll. Den setzen Leasingbanken und Händler häufig unrealistisch überhöht an und programmieren so eine Nachzahlung zum Vertragsende vor. Wer sich von niedrigen Raten locken ließ, kann so ein dickes Ende erleben. Leider bieten auch namhafte Herstellerbanken wie die Volkswagen Leasing GmbH und die Toyota Leasing GmbH Verbrauchern solche Verträge an.

Tipp: Lesen Sie den Vertrag vor der Unterschrift sorgfältig und in Ruhe durch. Unterschreiben Sie niemals beim Händler, sondern lassen Sie sich den Vertrag nach Hause mitgeben. Verweigert der Händler dies oder entdecken Sie eine Restwertklausel, wissen Sie, dass es sich um ein unseriöses Angebot handelt.

2. Vorsicht Deckungslücke

Erleidet das Leasingfahrzeug während der Vertragslaufzeit einen wirtschaftlichen Totalschaden oder wird es gestohlen, kann es sein, dass trotz Vollkasko die Versicherungsleistungen nicht die fällige Ablösezahlung für die Leasingbank abdecken. Diese Lücke kann durch eine GAP-Versicherung geschlossen werden.

Tipp: Achten Sie darauf, dass eine GAP-Versicherung im Versicherungspaket enthalten ist.

3. Feste Laufzeit

Finanzierungsleasingverträge werden fast immer auf eine bestimmte Laufzeit geschlossen und sind nicht vorzeitig kündbar. Das kann zum Problem werden, wenn sich Ihre Lebensumstände ändern und Sie das Auto nicht mehr brauchen oder nicht mehr bezahlen können.

Tipp: Manchmal kann über Leasingvertragsbörsen im Internet ein Interessent gefunden werden, der in einen laufenden Vertrag einsteigt. Trotzdem sollten Sie überlange Vertragslaufzeiten vermeiden.

4. Unzureichende Gewährleistung

Typischerweise schließen die Leasingbanken die mietrechtliche Sachmängelhaftung aus und treten dem Leasingnehmer stattdessen die kaufrechtlichen Sachmängelansprüche ab. Das bedeutet, dass sich der Leasingnehmer bei Mängeln an den Verkäufer halten muss und nicht ohne weiteres die Zahlung der Leasingraten an die Bank kürzen oder einstellen darf. Problematisch ist, dass die kaufrechtliche Gewährleistung nach spätestens zwei Jahren endet. Hat der Leasingvertrag eine längere Laufzeit, steht der Leasingnehmer im restlichen Zeitraum ohne Gewährleistung da.

So kann es dazu kommen, dass er das kaputte Auto nicht mehr nutzen kann, trotzdem weiter Leasingraten zahlen muss und das Auto am Ende auf eigene Kosten instand setzen muss, weil er gegenüber der Bank verpflichtet ist, es im ordnungsgemäßen Zustand zurück zu geben.

Tipp: Achten Sie auf eine möglichst weitgehende Herstellergarantie. Vermeiden Sie überlange Vertragslaufzeiten.

5. Falsche Abrechnungen

Jeden Tag erreichen uns falsche Leasingabrechnungen. Z.B. werden „Schäden“ in Rechnung gestellt, die nicht vorhanden oder als vertragsgemäße Gebrauchsspuren anzusehen sind. Nach wie vor schlagen viele Leasingbanken Mehrwertsteuer auf schadensbedingte Minderwerte auf, obwohl der BGH entschieden hat, dass diese Position nicht der Umsatzsteuer unterliegt.

Oft versuchen Banken und Händler, den Kunden bei der Rückgabe Protokolle und Formulare vorzulegen, mit denen zweifelhafte Begutachtungen oder Abrechnungspositionen anerkannt werden sollen.

Tipp: Unterschreiben Sie nichts, ohne es vorher sorgfältig und in Ruhe gelesen zu haben. Das ist Ihr gutes Recht! Reichen Sie Abrechnungen im Zweifel zur Prüfung ein. Wir bieten eine kostenlose Vorprüfung von Leasingabrechnungen an.

 
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