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Wenn die Schönheitsoperation schief geht: Wofür haftet der Arzt?

Rechtsanwalt Tobias Freymann am 29. Oktober 2021

Schönheitsoperationen gehören zur plastischen und ästhetischen Chirurgie und sind – jedenfalls aus therapeutischer Sicht – nicht medizinisch notwendig, aber auch nicht ungefährlich. Häufig gibt es persönliche Gründe bzw. das Bedürfnis, den eigenen Körper zu verschönern, die den Wunsch nach einem kosmetischen Eingriff wecken. Es handelt sich also nicht um so genannte Heileingriffe. Und doch kann wie in jedem anderen medizinischen Bereich ein solcher Eingriff auch misslingen.

Für die Betroffenen stellen sich dann die Fragen: Welche Rechte stehen mir zu? Kann ich den Arzt überhaupt haftbar machen? Und was sind die Voraussetzungen hierfür?

In welchen Bereichen können ärztliche Fehler auftreten?

Fehler können nicht nur bei der Behandlung selbst auftreten, sondern auch schon bei der Aufklärung passieren.

Unzureichende oder falsche Aufklärung bei Schönheitsoperationen

Vor einer kosmetischen Operation ist der Patient über die Erfolgsaussichten und die Risiken des Eingriffs besonders sorgfältig und umfassend aufzuklären. Dieses Aufklärungsgespräch muss sich an strengen Anforderungen messen lassen, gerade weil für den Eingriff keine medizinische Indikation besteht. Abhängig von der Art des Eingriffs muss insbesondere aufgeklärt werden über folgende Risiken:

  • Höhe und Breite von zu erwartenden Narben
  • über das Risiko nicht unerheblicher und langandauernder Schmerzempfindungen
  • Fettgewebsnekrosen, Fisteln, Narben, Wundheilungsstörungen
  • dauerhafte Entstellungen

Die Aufklärung über solche möglichen Risiken muss hierbei umso schonungsloser erfolgen, je schwieriger der Eingriff ist. Insbesondere muss dem Patienten verdeutlicht werden, dass auch im Falle eines sachgerechten Vorgehens ein Risiko besteht, dass das Operationsziel nicht erreicht wird.

Folgenreiche Behandlungsfehler bei Schönheitsoperationen

Der Arzt will im Regelfall auch bei der kosmetischen Operation nicht für den Erfolg seiner Leistung einstehen – und das muss er auch nicht. Nur in außergewöhnlichen Fällen wird angenommen, dass der Arzt ein derartiges Erfolgsversprechen abgeben kann und will, dass er auch für einen in Aussicht gestellten und anschließend unterbliebenen Operationserfolg haftet.

Solche Erfolgsversprechen sind aus gutem Grund Ausnahmen.

In der Rechtsprechung gibt es Fälle, in welchen die Behandlungsfehlerhaftigkeit von kosmetischen Eingriffen an dem gemessen wurde, was die Parteien zuvor vereinbart haben. Es könnte deshalb darauf ankommen, welches ästhetische Ziel mit der Operation erreicht werden sollte. Zum Beispiel könnten bestimmte Schnittführungen vereinbart worden sein, damit Narben an gewünschter Stelle verlaufen und der Patient dies vorher auch weiß.

Eine Haftung des Arztes besteht vor diesem Hintergrund insbesondere dann, wenn dieser gegen den Facharztstandard für ästhetische und plastische Chirurgie verstoßen hat und dem Patienten hieraus ein Schaden entstanden ist. Wichtig zu wissen: Der Behandler muss sich an diesem Facharztstandard auch dann messen lassen, wenn er selbst einen entsprechenden Facharzttitel nicht besitzt.

Welche Rechte haben Sie als betroffener Patient?

In Betracht kommen insbesondere Ansprüche auf Schmerzensgeld (als finanzieller Ausgleich und Genugtuung für erlittenes Leid) und Schadensersatz (z.B. Ersatz für Nachbehandlungskosten).

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob in Ihrem Fall ein ärztlicher Fehler vorliegt, schildern Sie uns gerne in einem Erstgespräch die wichtigsten Eckdaten. Wir werden nach einer ersten groben Einschätzung bei Bedarf später die genauen Details zusammentragen, die Schmerzensgeld oder Schadensersatz begründen, wenn wir für Sie eine Chance auf Erfolg sehen.

Rechtsanwalt Tobias Freymann
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Rechtsberatung:

Beiträge und Kommentare geben die persönliche Auffassung der jeweiligen Autoren wieder, die nicht unbedingt der Auffassung der Breuer, Klingen, Goldkamp Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB oder der herrschenden Rechtsprechung entspricht. Sie dienen lediglich der Information und Diskussion, d.h. stellen keine Rechtsberatung dar und dürfen nicht als Entscheidungsgrundlage in konkreten Rechtsfällen verwendet werden.

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