Erbrecht

Uneheliche Kinder im Erbrecht

Ann-Kristin Wedemeyer am 10. Juni 2020

Das gesetzliche Erbrecht unterscheidet nicht mehr zwischen ehelichen und unehelichen Kindern. Kinder erben zu gleichen Teilen, § 1924 Abs. 4 BGB.

Soll ein uneheliches Kind als Erbe ausgeschlossen werden, müssen die Erben durch einseitige Verfügung von Todes wegen bestimmt werden. Alternativ kann das uneheliche Kind auch enterbt werden, ohne dass der Erblasser seine Erben selbst bestimmen muss. Dafür kann der Erblasser ein Testament mit dem Inhalt aufsetzen, dass sein uneheliches Kind von der Erbfolge ausgeschlossen werden soll.

Um der Gefahr zu entgehen, dass bisher unbekannte uneheliche Kinder als Erben in Frage kommen, kann ein solcher Fall testamentarisch geregelt werden. Ehegatten können sich beispielsweise in einem gemeinschaftlichen Testament gegenseitig als Erben und ihre Kinder als Nacherben einsetzen. Wichtig ist dabei, nicht nur die gemeinsamen Kinder zu benennen, sondern auch mögliche später auftretende uneheliche Kinder bewusst auszuschließen. Zu hoch ist sonst die Gefahr, dass das Testament wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten angefochten werden könnte, vgl. §§ 2079 S. 1, 2080 Abs. 1 BGB. Als Alternative zum gemeinschaftlichen Testament kommt der Erbvertrag in Frage, durch den eine sofortige Bindungswirkung eintritt. Beim gemeinschaftlichen Testament tritt die Bindungswirkung erst mit Tod des einen Ehegatten ein. Selbstverständlich kann der Erblasser auch alleine ein Testament aufsetzen, allerdings ist dieses jederzeit frei widerruflich, § 2253 BGB.

Wird ein uneheliches Kind von der Erbfolge ausgeschlossen, hat dieses grundsätzlich als gesetzlicher Erbe einen Anspruch auf seinen Pflichtteil, § 2303 Abs. 1, S. 1 BGB. Dieser beläuft sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Ann-Kristin Wedemeyer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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